Montag, 25. März 2013

Ich hab meine Toberhose an

Hier im wilden Wedding sieht man sie noch, draußen spielende Kinder mit abgenutzten Toberhosen. Bi uns op'n Dorp war die Toberhose das Fashion Item erster Wahl zu jeder Gelegenheit. Bis zur Jugendweihe, als ein Alptraum aus Polyester in Kleidform dem casual chic ein jähes Ende bereitete. Sicher gab es auch an Anfang des Milleniums schon Klassenkameradinnen die mit zwölf ihre ersten Miss Sixty Jeans trugen, aber die zählen nicht. Mit zwölf trug ich Fishbone Cordhosen (Baggystyle) und eine funky astronautenmäßige Steppjacke von C&A in silber metallic zum Hansa Rostock-Fanschal (als man sie noch erste Bundesliga spielten und Frank Pagelsdorf die Zügel in der Hand hielt). Frisurenmäßig waren die Haare grade jungsmäßg kurz oder wieder fast halblang und wurden dann wieder jungsmäßig kurz geschnitten. Die Kinder die vor meinem Fenster in ihren Toberhosen spielen, sehen modischer aus, als ich damals, zwischen damals und heute und heute. Heute sitze ich an meinem Schreibtisch an meinem Computer (nicht von Apple und kein Laptop--> unstylisch hoch zehn) und versuche, mich nicht mit meiner Hausarbeit zu beschäftigen und habe meine eigene Variante einer Toberhose für 25jährige an, eine ausgebeulte Rocky-Balboa-Gedächtnishose von H&M Sport. Die mit den Neonfarbenen (Trend Alert!) Innentaschen und dem fahrradtauglichen Gummizug an den Knöcheln. Diese Hose ist nach dem Polyesteralptraum, der von 11 Jahren begann nun meine letzte Bastion der Kindheit. Oder so. Einfach nur bequem, fällt unter dem Wintermantel im Einkaufsladen dezent nicht auf, ansonsten: dit is halt Berlin und man erspart sich beim Sport den peinlichen Moment, wenn die kalkweißen, stoppeligen Beine das Neonlicht der Umkleide erblicken und erblickt werden (würden). 


Abb. 1 zeigt oben erwähntes Ensemble von Toberhose und Co. im Jahre 2000



In dieser nostalgischen Stimmung endet mein allererster Blogpost. Dieses/r Blog wird sich nicht ausschließlich mit Toberhosen oder sonstigen Haute-Couture-Kram befassen, sondern mit den Dingen, die ich gut finde. Weil das mein Blog ist. Hier sitze ich mit hochrotem Kopf, weil es so aufregend ist, etwas im Internet zu veröffentlichen. Total Banana, denn soweit ich das sehe, veröffentlicht jeder Hoschi (Hoschi im Sinne von Bill und Ted) ein Foto seines Frühstücksshake oder einem OOTD auf Instagram etc.. 
Ein Versuch ist es allemal Wert meine schüchterne Internetpersönlichkeit kennenzulernen und ihr die Schüchternheit auszutreiben. In dem Sinne bedanke ich mich für eure Lesefreudigkeit.