Sonntag, 3. November 2013

Bücher, Geschlecht und Alter / Ansichten einer Buchhändlerin Nr.1

Im "Top- und Flop"-Post habe ich eine kleine Besprechung des Titels "Knockemstiff" von Donaly Ray Pollock eingefügt. Man kann durchaus sagen, dass Pollocks Bücher nicht zu den Bestsellern auf dem deutschen Buchmarkt zählen (dafür aber Wortdurchfall wie Adler-Olsen oder Rita Falk, aber das ist ein anderes Thema). Am Freitag kam ein aufgedrehter, älterer Herr auf mich zu und hat eine üppige Buchbestellung zu Weihnachten aufgegeben. Die Titel waren allesamt etwas extravagant und mussten über den jeweiligen Verlag bestellt werden, da unsere Großhändler jene nicht auf Lager hatten. So eine Bestellung dauert immer etwas länger und grade englische Titel, die importiert werden, sind bibliografisch eher aufwändig zu ermitteln, da verschiedene Preise verschiedener Anbieter eingeholt werden (ich mache das zumindest so, weil ich dem Kunden das beste Angebot machen möchte). Es wurde also ein langes Gespräch und viele exotische Titel landeten im Bestellpool, bis er dann zum nächsten kam: "Der Autor ist Pollock, mit doppel "L" und das Buch heißt Knackumste (genuscheltes Wirrwarr)" Den erstaunten Gesichtsausdruck des Kundens, als ich ihm dieses Buch (Knockemstiff) in die Hand drücken konnte und ihm noch erzählen, worum es geht und was dieses Buch denn so lesenswert mache, waren unbezahlbar. Überrascht und empört stieß er hervor: "Ich dachte das sei nur ein Buch für harte Männer." Darauf fiel mir nicht mehr ein als "Ich bin halt eine harte Frau." Woraufhin meine Chefin nur zustimmend gelacht hat. Jaja, es ist schon lustig. Aber eigentlich auch traurig, dass wahrscheinlich eine ganze Menge "Harter Frauen" zu Weihnachten "Frauenbücher" geschenkt bekommen, die ihnen wohlmöglich nicht zusagen, grade weil Krimis oder Geschichten der härteren Gangart, per se als Männerbücher gelten und sich wohl nicht jeder traut, diese auch einer Frau zu schenken. Seit mittlerweile 5 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin und habe so meine Beobachtungen gemacht. Niemand möchte gerne als oberflächlich bezeichnet werden, aber die Umschlaggestaltung hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Kaufverhalten. Ich selbst überlege mir zweimal, ob ich ein Buch kaufe, dessen Inhalt vielleicht gut klingt, wenn das Cover mich nicht anspricht. Guckt man sich die Buchumschläge mal genauer an, sieht man oft schon an der Typografie, der Farbe und Illustration/ Foto an welche Leserschaft es sich richtet. Natürlich gibt es auch "geschlechtsneutrale" Buchgestaltungen, was ich sehr begrüße. 


Abb.1: Scarlett Thoms "going out" gibt es leider nicht in deutscher Übersetzung, ist aber mMn ein Buch, dessen äußere Erscheinung als geschlechtsneutral durchgeht (gelb/ weiß, Schrift etwas schnörkelig, aber nicht zu aufdringlich, Figur hinter der Tür lässt keine geschlechtsspezifischen Attribute erkennen), "Deathless" von Catherine M. Valente wirkt aggressiv durch den Titel "Deathless" und die schwarz-rote Farbegebung, der Vogel mit dem angedeuteten Federkleid, gibt dem Bild doch noch etwas weiches, weibliches (weil weich ist gleich weiblich und hart ist männlich), Woodrells Winters Knochen ist im neutralen schlammgrün/orange/weiß, der Landschaftsausschnitt ist ästehtisch gewählt, das Spiel von Licht und Schatten passt für mich perfekt zum Inhalt


Ich habe einen Kumpel, der prinzipiell nur Bücher von männlichen Autoren liest, da er der Meinung ist, dass Frauen keine guten Bücher schreiben. WTF? Lange habe ich versucht ihm ein Buch zu geben, dass ihn seine Meinung ändern lässt. Mit dem Buch "Das Schwein unter den Fischen" von Jasmin Ramadan habe ich ihn überzeugen können, dass auch Frauen gute Bücher schreiben. Schade, dass dies überhaupt nötig war.


Abb.2: "Das Schwein unter den Fischen" von Jasmin Ramadan, Dumont 9,99 Euro; Hamburger Schnodderschnauze mit viel Humor und eine starke Protagonistin, die um ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpft. Umschlaggestaltung: rosa, halbnackte Frau, Regenbogen und Herzchen also ein Buch für Frauen?

(Natürlich denke ich nicht, dass weich gleich weiblich und hart männlich bedeutet, falls der ironische Unterton unter der ersten Abbildungsbeschreibung überhört wurde. )

Ich denke, dass es Bücher für alle Geschmäcker gibt. Natürlich ist es sinnvoll, wenn man gewisse Bücher gewissen Zielgruppen zuordnen kann, denn ich würde Matias Faldbakkens skandinavische Misanthropie-Trilogie nur ungern jemandem empfehlen, der einen schönen Liebesroman lesen möchte. Aber diese Zielgruppenbestimmung hat für nichts damit zu tun, ob der potentielle Leser männlich oder weiblich sozialisiert wurde. Die Hemmschwelle die so für manchen Kunden durch die äußerliche Geschlechstzuordnung durch die Umschlaggestaltung (auch durch gewählte Zitate auf dem Rücken) entsteht ist oft unüberwindbar. Das ist doch schade. Die Kunden, die ich im Laden beraten darf, ließen sich glücklicherweise oft umstimmen, bzw. haben der Empfehlung der Buchhändlerin mehr Vertrauen geschenkt, als der Empfehlung, die offensichtlich durch die Gestaltung aus der Hand des Verlages gegeben wurde. Es ist keine Schande als "Mann" ein Buch wie "Eat Pray Love" zu lesen. Bücher sind dazu da uns zu unterhalten und wenns gut läuft auch unseren Horizont zu erweitern. Aber sie sind nicht dazu da um Geschlechtersterotype noch weiter zu verfestigen. Bis es jedoch soweit ist, muss noch viel passieren.

Als Bonus möchte ich euch noch eines meiner Lieblingsbücher aller Zeiten zeigen:


Abb.3: "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason, Tropen Verlag 19,99 Euro (mittlerweile auch als Tb erschienen)

Zuerst muss ich sagen, dass ich das Foto auf dem Umschlag einfach unfassbar cool finde. Eine alte Frau mit lila Haaren, die modern frisiert sind, Kippe im Anschlag und überstylisch mit Karl-Lagerfeld-Gedächtnis-Sonnebrille und Besticktem Kragen überm schwarzen Pulli. Wunderbar unkonventionell. Das Thema Alter wird meiner Meinung nach in der Literatur oft Stiefmütterlich behandelt, eine ernsthafte Auseinandersetzung bzw. einfach ein Buch für ältere Menschen, die mehr umtreibt als der nächste Bingoabend im Pflegeheim (das klingt ganz schön hart, aber manchmal bekommt man das Gefühl, das dies die Wahrnehmung ist, die wir von alten Menschen haben) ist schwer zu finden.
Eine Frau bei 1000° ist im biografischen Stil geschrieben, man lernt die todkranke Herbjörg kennen, die sich auf ihre "alten Tage" an Ereignisse aus ihrem Leben zurückerinnert. Herbjörg ist keine "Oma" im herkömmlichen Stil, sie vertreibt sich die Zeit am Laptop, hat mehrere Fakeprofile auf Facebook, gibt sich als junge, schöne Frau aus und flirtet online mit jungen Kerlen aus Afrika. Nebenbei bucht sie ihre eigene Einäscherung und bewahrt die Handgranate ihres Vaters unter ihrer Bettdecke auf. Sie selbst sagt, sie hat 3 Kinder von 9 Männern bekommen. In ihrem Leben hat Herbjörk viel erlebt, hat die Beatles in Hamburg getroffen, war als Isländerin in Dänemark rassistischen Anfeindungen ausgesetzt und hat ein Kind in Argentinien verloren, sich mit den falschen Männern eingelassen. Jeder Kunde, dem ich dieses Buch empfohlen habe, dachte nach der Beschreibung fälschlicherweise, dass es sich bei "Hallgrimur Helgason" um eine Autorin handelt. Es ist einfach erfrischend, eine solche Geschichte, so poetisch geschrieben über eine alte Frau, aus der Feder eines Mannes zu lesen. Es ist durchaus schwierig dieses Buch an ältere Menschen zu verkaufen bzw. Leuten, die es älteren Menschen schenken möchten. Klar, Krankheit und Tod, das ist etwas mit dem man sich im Alter vielleicht im Alltag schon genug auseinandersetzt. Aber dieses Buch ist viel mehr als nur eine Geschichte übers Sterben und Loslassen, es ist viel mehr ein Weckruf, Leute Mitte zwanzig sollten es genauso genießen können wie Leute Ende achtzig. Ich finde, man kann auch älteren Leuten noch etwas zumuten und vor allem zutrauen. Diese ganzen weichgekochten Hirnzellenvernichter in Form von Telenovelas und "Frauenbüchern" sollten nicht Alles sein, mit dem man sich seine letzte Zeit auf Erden vertreibt.

Danke fürs Durchhalten, tiefmatt


Donnerstag, 31. Oktober 2013

tiefmatts Tops und Flops im Oktober

Sehr gerne lese ich gewisse Mode- und Beautyblogs und wenn ich mehr Schminke besitzen würde, dann würde ich vielleicht auch so ein Ding starten. Obwohl, eigentlich nervt mich die Flut an Reviews von Cremes und Haarpflegeroutinen, die sich bei manchen scheinbar wöchentlich ändern. Ehrlich gesagt benutze ich nur ab und zu mal eine Hautcreme und ein Gesichtspeeling. Foundation und Concealer habe ich noch nie ausprobiert und finde die Vorstellung sich das Gesicht damit zuzuklatschen eher gruselig. Was Lidschatten und Wangenfarbe angeht bin ich aber gut bestückt, falls das hier irgendjemanden interessiert, kann ich dazu mehr berichten. Es gibt schon so das eine oder andere Produkt, dass ich auf Blogs gesehen und dann nachgekauft habe. Was ich aber am liebsten lese sind Monatsfavoriten und Tops- und Flops.


Produkte die ich tippTOPp in Ordnung finde:



Abb.1: nicht erschrecken, nacktes Auge


Abb.2: Lieblingsmascara


Abb.3: Mascara aufgetragen in einer Schicht

      


Der Wild Mega Volume Mascara ist nicht zu nass und nicht zu trocken, er klumpt auch nach 2 Monaten nicht sonderlich stark, hält den Schwung ist aber absolut nicht wasserfest also keine Wischbewegungen am Auge durchführen. Beim Mascarakauf in der Drogerie bin ich immer wieder unsicher, ob den nicht doch schonmal jemand aufgeschraubt und daran rumgetüdelt hat. Also habe ich mir diesen Mascara (grade im Status: Backup) im Internet bestellt und er hat intaktes Siegel am Verschluss. 


                                            
Abb4: Skarabäus auf den Nägeln

Als Buchhändlerin ist Nagellack natürlich nur an freien Tagen sinnvoll, wer möchte schon grüne Spuren im neuen Buch? Dieser Nagellack erinnert mich an diese glänzenden Käfer und er ist günstig und hält relativ lange. Eigentlich bin ich kein Fan von Manhattannagellacken, da sie oft viele Schichten brauchen um zu decken, aber dieser ist nach 2 Anstrichen gut deckend und kratzt nicht sofort wieder ab.



Abb.5: countrymäßiges Jeanshemd von H&M



Abb6: Rückansicht
Lange habe ich nach einem gut sitzenden und westernmäßigen Jeanshemd Ausschau gehalten, aber alles was ich sah war ein Strohknäuel und diffuse Rauchzeichen hinterm Berg. Dann habe ich dieses Schätzchen im H&M für rund 25 Euro gefunden und es ist tailliert, betont aber meinen Bauch nicht zusätzlich, es sitzt gut an der Brust und grade die Rückenansicht mit den Längsnähten und dieser spitz zulaufenden oberen Ziernaht (man merkt ich bin der geborene Modeblogger) finde ich sehr lässig.


Abb.7: Granatapfel, macht ne riesen Sauerei, ist aber auch saulecker


Abb8.: Donald Ray Pollock "Knockemstiff", Liebskind Verlag 18,90 Euro
Eine Sammlung an Kurzgeschichten rund um die Bewohner des beschaulichen (nicht) Örtchens "Knockemstiff" (auf deutsch: Schlag sie tot) im Bundesstaat Ohio. Pollock schildert ein Panorama der Gewalt mit Allem was dazu gehört. Ein bisschen erinnert mich das Setting an Horrorfilme wie "The Hills have Eyes" aber mit weniger vielen Mutanten. Die Figuren sind echt, ihre Lebenssituation, ihren Hintergrund, ihre Perspektiven schildert Pollock ungeschönt und mit allen Konsequenzen. Es ist nicht alles "Sex and the City", es gibt ein Leben Abseits der Hauptstraßen und jenseits unserer ge-photoshoppten Konsumgesellschaft.



Produkte die meine individuellen Erwartungen nicht erfüllen konnten oder auch Flops




Abb.9: Fossil Emory Clutch in Fir Green


Abb.10. Innenaufteilung
Mein erstes und einziges Auto war ein aquamaringrüner Opel Vectra namens Kurt und wir waren sehr glücklich miteinander (bis zur Abwrackprämie). Als ich vor ein paar Wochen dieses Fossil-Portemonnaie bei b4f gesehen habe, habe ich nicht lange überlegt und zugeschlagen. Erstens mag ich Fossil und zweitens ist es in der Kurt-Gedächtnis-Farbe und bei sowas bin ich dann auch gerne sentimental und drittens war es preislich um mehr als die Hälfte reduziert.
Nach der üblichen Wartezeit kam diese Geldbörse originalverpackt bei mir an. Sie sieht wirklich wunderschön aus. ABER SIE STINKT BESTIALISCH NACH CHEMIE! Seit Tagen lüftet Sie in allen möglichen Positionen auf dem Balkon und im Flur. Ein bisschen ist der Gestank verflogen, aber trotzdem noch penetrant. Ich möchte sie so gerne behalten, aber meine Hände riechen nach der Berührung ebenfalls widerlich und wer weiß was für Chemikalien die da benutzt haben. Leider passt auch mein Ausweis im alten Format nicht hinein, aber das kann ich verschmerzen. Mal sehen, ob ich eine Lösung für dieses Problem finde.


Abb.11: Massimo Carlotto "Die Marseille Connection" Tropen Verlag 18,95 Euro
Eigentlich liebe ich das Programm vom Tropenverlag, so viele tolle Bücher haben sie herausgegeben, die ich gekauft oder als Leseexemplar bekommen habe und die ich mir nach deren Lektüre stolz ins Regal gestellt habe. Dieser Krimi gehört leider nicht dazu. Freundlicherweise hat ihn  mir die nette Vertreterin zugeschickt. Eigentlich klingt die Geschichte sehr gut, spannend, modern, global verknüpft und die Komissarin ist ein Bad-Ass mit ausschweifendem Lebensstil und einer Vorliebe für Marseiller Prostituierte. Endlich, dachte ich, mal eine toughe, raue, lesbische Kommissarin, endlich mal kein versoffener, skandinavischer Hinterwald/Großstadtkomissar, der trotz seines mentalen Zustands und seiner desolaten körperlichen Verfassung doch noch die Uschis klarmacht und den Täter im Nahkampf ausknockt. Aber leider verzweigt sich die Handlung in viele Nebenstraßen und Sackgassen und nimmt dann noch diese Biegung, kurz zurück auf die Haupstraße und wieder Blinker raus und dann auf einmal steht man auf dem Parkplatz und die Fahrt ist zu Ende und man weiß eigentlich gar nicht mehr, wohin man wollte und was man unterwegs so alles gesehen hat.

Tschüssi.

PS: Ich übe noch html und Bildbearbeitung.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

#acowgirlabroad macht einen Roadtrip durch die Kommunikationslandschaft Amerikas


Obacht. Was zum Nachdenken!
Mein letzter (und schändlicherweise einziger) Post ist ja nun schon eine Weile her. Was kann ich zu meiner Verteidigung sagen? Well, die Zeit vergeht hier wie im Flug. Nicht einmal mehr zwei Monate und ich bin wieder in Deutschland (Anmerkung tiefmatts: endlich!)

Ich hätte Einiges zu berichten über das, was ich in den vergangenen Wochen so alles erlebt habe. Da ich mich aber lieber auf die Metaebene konzentrieren und über eine fast schon philosophische Thematik sinnieren möchte, folgen statt Worten nun ein paar visuelle Eindrücke und dann geht es ans Eingemachte:


 
Abb.1: Dallas, Texas. Spielstätte von Dirk Nowitzki und die erste Berührung mit einem ausgeklügelten, umfassenden öffentlichen Transportsystem seit Langem.

Abb. 2: Austin, Hauptstadt von Texas. Das Capitol fügt sich (bis auf die Farbe) lautlos in die Architektur amerikanischer Regierungsgebäude ein.

 
Abb. 3:   San Antonio, Texas. Wir waren leider nur für ein kurzes Mittagessen vor Ort. Das Kanalsystem mit Urwaldromantik verlangt eigentlich nach einem weiteren Besuch.

Abb. 4: Cowgirl vorm JFK-Memorial in ehrfürchtiger Gedenkpose zum kommenden 50. Jahrestag
Nun denn, ich studiere hier – nur nochmal zur Erinnerung – an der Oklahoma State University, im beschaulichen 50.000-Seelennest Stillwater. Da ich schon einige Studienjahre in Deutschland auf dem Buckel habe und ich daher mit Fug und Recht behaupten kann, das deutsche Universitätssystem ein Stück weit zu kennen, wollte ich euch nun mit ein paar Insider-Ansichten des amerikanischen Collegealltags begnügen.



Ich belege hier vier Kurse in „Mass Communication“. Zwei davon sind auf Bachelor-, zwei auf Masterniveau. Letztere sind grundsätzlich als Seminare konstituiert und finden einmal die Woche für jeweils zwei Stunden und 40 Minuten statt. In beiden Kursen herrscht eine sehr angenehme und aktive Diskussions-atmosphäre. Das mag schlicht und ergreifend an dem reiferen Alter der Studierenden liegen (viele haben nach ihrem Bachelor einige Jahre Berufserfahrung gesammelt), an den Themen (Medienethik und Theorien der Massenkommunikation – obwohl Zweiteres auch recht dröge daherkommen kann) oder aber an der Klassengröße (zwischen 9 und 12 Studierenden). Jedenfalls wird hier viel gesprochen und debattiert und die Lehrkräfte geben einen das Gefühl, dass man auf Augenhöhe miteinander kommunizieren kann.

Das Gleiche gilt für meine Bachelorkurse. Auch hier sind die Lehrenden erpicht darauf, ihre Studierenden ernst zu nehmen. Angesichts des überaus jungen Alters der Mehrheit (die „Freshmen“ sind ja erst 17 oder 18 Jahre alt) und den teilweise spätpubertären Gestalten kann das jedoch mitunter eine Herausforderung sein. Anyway, es herrscht ein freundliches, respektvolles Klima. Beide Kurse folgen dem üblichen, amerikanischen Duktus und finden mehrmals die Woche statt. Das hat durchaus den Vorteil, wie mir von einer Russischstudentin berichtet wurde, dass sich die Studierenden öfter als zum Beispiel in Deutschland mit ihrer Sprache bzw. ihrem Fach auseinandersetzen müssen und die Lerneffekte größer sind.

Vieles am Universitätssystem hier erinnert mich an meine Schulzeit. Neben dem bereits genannten sind das vor allem die zahlreichen Hausaufgaben, die ich zu erledigen habe, und die regelmäßig stattfindenden Leistungskontrollen. In einem Kurs, der wie eine Vorlesung aufgebaut ist aber im Gegensatz zu Deutschland drei Mal angeboten wird, was die Teilnehmeranzahl auf jeweils knapp über 100 in jeder der drei Sektionen minimiert, haben wir zu jedem Buchkapitel, das wir lesen müssen, ein Quiz. Zehn „multiple choice“-Fragen werden dabei mithilfe eines sogenannten Clickers beantwortet (ein Gerät in der Optik eines kleinen Taschenrechners, wo die Taste mit dem jeweiligen Antwortbuchstaben zur Frage gedrückt wird). Dies ermöglicht dem Dozenten, nach jeder gestellten Frage die prozentuale Verteilung der abgegeben Antworten auf eine Leinwand zu projizieren. Ich fühle mich also fast ein bisschen wie bei Günther Jauch.


Abb.5: tiefmatt demonstriert besagte Prüfungssituation mit prominentem Quizmaster (man beachte die minimalistische Ausstattung amerikanischer Unterrichtsräume, reduziert auf technische Hilfsmittel und das Banner des amerikanischen Traums)


 Und weil ich solche Spielereien mit Gameshow-Charakter so gerne mag, bin ich auch ganz versessen darauf, eine gute Punktzahl zu bekommen.

Abb. 6: tiefmatt demonstriert, wie das Cowgirl ihre gute Punktzahl (auf Augenhöhe) erhaschen konnte


Ich kann jetzt nicht genau abschätzen, ob das regelmäßige Abfragen von Wissen und die Hausaufgaben schlauere Menschen produzieren. Ich sehe aber durchaus Vorzüge dieses Lernsystems im Vergleich zu den häufig übervölkerten, anonymen, interaktionsarmen Kursen in Deutschland. Worauf will ich jetzt eigentlich mit diesen (für euch wahrscheinlich eher langweiligen) deskriptiven Ausdünstungen meines Universitätsalltags hinaus? Endet das jetzt in einem Plädoyer für eine Reform des deutschen Bildungssystems?

Nein. Für mich veranschaulichen diese kleinen, feinen Unterschiede in der Vermittlung von Wissen nur einen Aspekt (jetzt kommt die Metaebene), der mir seit meiner Ankunft an der OSU aufgefallen ist. Die Vereinigten Staaten sind eine Kommunikationsgesellschaft. Bam!

Es ist einfach erstaunlich, wie die Menschen hier miteinander in Verbindung treten. Das obligatorische „Hello, how are you?“ an jeder Supermarktkasse mag zwar oberflächlich und nicht ernst gemeint sein, aber es ist immerhin vorhanden (in Berlin würde man dafür eins vorn Latz kriegen). Jede/ jeder hält hier jedem/ jeder die Tür auf, egal ob das ein paar Sekunden Steh- und Haltezeit bedeutet. Und immer gibt es dafür ein „thank you“ oder genuscheltes „thanks“ (wie ich es zu sagen pflege). Wenn auch nur für eine Sekunde jemand einem im Weg steht, gibt es sofort eine Entschuldigung. Und über diese kleinen Floskeln hinaus ist es umso beneidenswerter, dass die Amerikaner von Anfang an lernen, sich vor anderen Menschen auszudrücken und ihre Ansichten zu erläutern. Freies Sprechen wird hier noch großgeschrieben und wie selbstverständlich praktiziert.

Die Auswüchse dieser Kommunikationskompetenz kann man in den Medien nur allzu gut beobachten und manchmal ist der Kommentarübermut schon fast zu viel (und trägt teilweise hässliche Früchte, zum Beispiel wenn es an berichtenswerten Fakten fehlt und Hilary Clintons Erscheinungsbild thematisiert wird – aber das kennen wir ja auch in Deutschland. Was stand nochmal auf dem Speiseplan der Sondierungsgespräche von Union und SPD?). Meine These ist allerdings, dass gerade weil hier über so Vieles so ausgiebig miteinander geredet wird, diese Nation – so gespalten sie in politischen oder sonstigen Ansichten auch sein mag – in schweren Zeiten immer wieder zusammenfindet und –hält. Daheim fehlt mir manchmal diese interpersonale Kommunikation. Nicht per se mit meinen Freunden oder meiner Familie, aber mit wildfremden Menschen, mit anderen Bürgern, die ja schließlich mit mir eine Gesellschaft bilden.

Ich habe jetzt Vieles vereinfacht geschildert und zu einem Brei zusammengekocht, vielleicht könnt ihr mir ja ein bisschen folgen und für euch beantworten, ob nicht doch ein Fünkchen dran ist an dem, was ich in den letzten 2 Monaten beobachtet habe. Eventuell gibt es doch noch ein paar amerikanische, kulturelle Gepflogenheiten, die es wert sind, positiv überdacht bzw. adaptiert zu werden.

Abb. 7: "Yes we scan" - internationale Austauschstudenten bezahlen vor ihrer Ankunft in den USA dafür, überwacht zu werden (an das sogenannte SEVIS). Willkommen im Club Angie!



Howdy!

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Von Machern und Mackern

Gestern war ich mit ein paar Freundinnen zwischen dem Wittenbergplatz und dem Zoologischen Garten unterwegs. Am liebsten hätte ich direkt den Rückwärtsgang eingelegt, ob des Panoramas, welches sich in umittelbarer Umgebung der Ubahnstation Wittenbergplatz darbietet. Das überkandidelte, monumentale Kaufhaus des Westens direkt vor der Nase, BMW-Coupés an der Ampel, im Schaufenster bei Leiser kosten die Schuhe plötzlich 599 Euro und neben H&M sitzt ein Obdachloser, der mir seinen entblößten, von Brandnarben übersäten Oberarm hinhält. Nach dem obligatorischen Boxenstopp in der Drogerie, machen wir einen Abstecher zum C(k)reativmarkt, um mit dem Rabatt der uns mit einer Shoppingcard gewährt wird, ein paar Uniutensilien zu erstehen. 
Im Kreativmarkt hängen mutmaßliche Kunststudenten rum und hassen im Rudel über die dort ausgestellten Bilder ab. Die Tatsache, dass ebendiese Bilder als Anschauungsbeispiele dienen, um die darunterliegen, zum Verkauf stehenden Farben und Geltexturen im Auftrag zeigen und es sich beim Kreativmarkt nicht um eine Galerie handelt, scheint ihnen entweder entfallen oder völlig egal zu sein. Als die Dame an der Kasse darauf bestehen musste sich von jedem Einzelnen, der bei ihr etwas zum Studentenrabatt erwerben wollte, den Studienausweis zeigen zu lassen, war der Aufschrei der Empörung wahrscheinlich noch in der UdK zu hören. Als ob es nicht offensichtlich wäre, das diese kreativ angezogenen (Hipsteruniform) People nichts anderes und niemand geringes sein könnten als waschechte Kunststudenten. Hat Sie denn die lautstark vorgetragene Bildanalyse, die dem Kaufvorgang vorangegangen ist etwa (als Einzige) nicht bemerkt? Nachdem die Kunststudenten ihre Utensilien bezahlt haben, verweilten sie noch eine ganze Weil im Eingangsbereich des Kreativmarktes, um sich gegenseitig ihrer Künstleridentität zu versichern. Wir waren eigentlich nur dort, damit meine Freundin sich einen neuen Kugelschreiber kaufen konnte. Es gab aber keinen.
Ob dieser gestrige Besuch mich angeregt hat, oder die Tatsache, dass ich heute meine Sachen fürs neue Semester sortieren wollte, kann ich nicht sagen, dennoch habe ich mich kreativ betätigt und wollte dies mit euch teilen.
Seit längerer Zeit suche ich immer mal wieder nach einer Aufbewahrungslösung für meinen Schmuck. Vor ein paar Jahren habe ich eine Minikommode bei Ikea gekauft und mit Acrylfarbe und Glitzernagellack zu diesem Schmuckstück verwandelt:

Abb.1:  extraterristrische Kleinteilaufbewahrung
Die Minikommode bietet Platz für all meine Schminkutensilien und Haarstylingprodukte (Spangen und Gummis), allerdings verschmelzen (aufgrund der kosmischen Strahlung) regelmäßig sämtliche Halsketten und Ohrringe miteinander, weshalb ich vorhin bei google eine Aufbewahrungslösung gesucht und Inspiration gefunden habe. Nach 10 Minuten Bastelei war es vollbracht:


Abb. 2: mein Körperschmuckinventar in freier Wildbahn


Abb. 3:  von der Horizontalen in die Vertikale


Abb.4: vorläufiger Platz (um die Größenverhältnisse zu zeigen)

Die Idee ist sicherlich nicht neu, aber mir ist endlich aufgefallen, dass ich noch einige "Fat Quartes" (Stoffreste aus dem Nähladen) hier rumliegen habe, die eigentlich zu kleinen Täschchen genäht werden sollen, aber auch größentechnisch super in den Bilderrahmen ohne Glas passen. Diesen Stoffrest habe ich einfach um die Pappe gespannt und mit Paketband hinten angeklebt, den Rahmen übergestülpt und die Ohrringe in den Stoff gehängt und die Ketten mit Stecknadeln (danke Mama) am Stoff befestigt. Geht ganz einfach. Vielleicht hätte ich den Stoff vorher waschen und bügeln sollen, denn er ist etwas knitterig und müffelt chemisch.
Die Ohrstecker, Fingerringe und ein paar Kettenanhänger sind jetzt noch in der kleinen Schmuckschublade verblieben und können sich (eigentlich) nicht mehr verknoten. Das wars dann mal wieder von mir für heute. 
Vielleicht noch als kleiner Buchtipp für Leute, die sich auch gerne mal über vorherrschende Verhältnisse Gedanken machen bzw. sich gerne aufregen und sich nicht vor Reformen scheuen (Lutheraner und Linksparteiwähler eingeschlossen):

Abb. 5: eher den Kunstzirkus/ -hype hassen
Erstmal, tiefmatt

PS: Unser Opa würde sagen, ich befinde mich grade in einer "Leck-Arsch-Stimmung", da gibt es allerdings ein Video auf youtube, dass mich immer wieder aus dem Stimmungstief zieht und nein, es sind keine Hunde oder Katzen oder tür-öffnenden Schlangen involviert http://www.youtube.com/watch?v=ZPO6dOPxmr8

Samstag, 5. Oktober 2013

Bücher, Bücher, Bücher aka Herbstbluesmittel #1

Bäm, jetzt kommt gleich der nächste Post. Wie man im Bloggerbeschreibungstext lesen kann, ist tiefmatt ausgebildete und praktizierende Buchhändlerin (ich rede nicht immer in der 3. Person von mir, aber aus Verwechslungsgründen (Cowgirl) wollte ich klarstellen um wen es sich handelt). Diesen Beruf habe ich natürlich nicht aus Jux und Dallerei ergriffen, sondern weil ich besessen bin von Büchern. Sie zu finden, zu lesen und ewig an mein Bücherregal zu binden. Dieser Blog ist für mich eine Plattform um euch Lesern mal ein paar Büchertipps zuzustecken, kostenlos und unverbindlich. Ich weiß, nicht dafür. (<-- liebster Hasssatz EVER) Genug geschnackt, hier mal eine Übersicht um welche Bücher es sich handelt:


Abb.1: frisch aus tiefmatts Bücherregal auf dem natürlich regelmäßig abgesaugten Dielenboden (Hallo Mama!)
 Ich erzähl euch mal was zu den Büchern, es geht links oben los.

1. Reihe
1. John Connolly: The Book of Lost Things
gibts auch auf deutsch: Das Buch der verlorenen Dinge
Eigentlich ist Connolly eher bekannt für seine Krimis, aber hier ist ihm ein wunderbares Jugendbuch im Stil der Gebrüder Grimm gelungen. Es handelt vom zwölfjährigen David, der seine Mutter verloren hat und der durch einen heftigen Unfall irgendwie in einer Parallelwelt landet. Diese Parallelwelt ist allerdings kein Schlaraffenland sondern ein Mix aus Hannibal und Rotkäppchen. Gekauft habe ich mir das Buch 2007 in Irland und es hat mir definitiv den Urlaub versüßt. Steffi würde sagen: "Gänsehautfeeling pur."

2. Emily Bronte: Sturmhöhe
Bis man erstmal auf die Reihe kriegt wer wer ist dauert es etwas, aber es lohnt sich dranzubleiben. Sturmhöhe ist was für stürmische Herbstabende mit einer Tasse Tee und einer flauschigen Decke, ein paar Kerzen und einer bequemen Lesepostion, denn man liest es so weg (ich übernehme keine Haftung für Haltunsschäden). Peinlicherweise muss ich gestehen, dass ich bevor ich "Biss zum Morgengrauen" gelesen habe, noch nie was von Emily Bronte gehört habe und kann somit die Lektüre der Vampirschmonzette als Erfolg verbuchen, denn sonst wäre mir dieser spannende Klassiker wohl kaum begegnet.

3. Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe
Das Buch ist das Leseexemplar meiner Buchhandlung und deshalb auch noch mit dem "Original"-Leinen gebunden. Warum das erwähnenswert ist? Als es Ende 2011 erschien, kam der Verlag mit dem nachdrucken nicht mehr hinterher, so groß war die Nachfrage, deshalb wurden spätere Auflagen in feineres, helleres, gelbliches Leinen gebunden, da das grobe Leinen zeitweise nicht in ausreichender Menge verfügbar war (es ist sicherlich Geschmackssache, aber mir gefällt das derbere Leinen besser). Um mich noch ein bisschen an Äußerlichkeiten aufzuhalten, denn so sehr ein Schaufenster das Gesicht eines Buchladens ist, kann ein schön gestalteter Einband ein Kaufargument sein, lässt sich an dieser Stelle sagen, dass Frau Schalansky ihr Buch selbst illustriert hat und ich nur schwer an einem Buch mit gebrägten Leinen vorbeigehen kann.
Im Buch geht es um eine biestige Biologielehrerin, der im dörflichen Mecklenburg die Schüler ausgehen (Grund: Abwanderung, wer im dörflichen Mecklenburg lebt kann sich weder seine Schule noch die Lehrer aussuchen). Wie der Titel "Der Hals der Giraffe" schon vermuten lässt, geht es um Anpassung, wer sich nicht auf neue Gegebenheiten einstellen kann, der bleibt auf der Strecke und das muss auch die fiese Inge einsehen. Toll geschrieben, tolle Illustrationen, im Taschenbuch haptisch nicht ganz so edel, aber immer wieder lesenswert.

4. Nina Blazon: Totenbraut
Gibt es auch schon als Taschenbuch. Nina Blazons Jugendbücher sind meist eingebettet in ein wunderbares geschichtliches Panorama. Mein liebstes Buch von ihr ist eigentlich "Der Kuss der Russalka", welches im jungen St. Petersburg spielt, leider ist es jedoch zur Zeit nicht mehr im Buchhandel erhältlich, aber bestimmt in manch einer Bibliothek. "Totenbraut" spielt 1731 in Serbien. Jasna, ein junges aber toughes Mädchen wird an einen Fremden auf der Durchreise verkauft und landet auf einem Gut, auf dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Mehr möchte ich nicht verraten, es ist spannend, wer Sturmhöhe kennt und mag und meinetwegen auch, wer die "Biss"-Reihe mochte, dem wird dieses Buch sicherlich auch gefallen. "Totenbraut" hat eine starke, weibliche Protagonistin und nicht eine bambiäugige Bella, die unbeholfen durchs Leben stolpert. Außerdem mag ich es, wie Nina Blazon mit dem Aberglauben der Dorfbevölkerung umgeht und dem Leser Einblicke in eine andere Kultur gewährt.


Abb.1: nochmal als Erinnerungsstütze, die erste Reihe haben wir durch, wer jetzt Bingo gerufen hat wird mein neuer BFF

 2. Reihe
1. Ben Aaranovich: Die Flüsse von London
Nach London möchte ich unbedingt mal wieder reisen, mein letzter Besuch ist viel zu lange her. Diese Stadt scheint eine eigene Magie zu besitzen, die mich und andere übernatürliche Wesen magnetisch anzieht (lol?! ja war schwach). In "Die Flüsse von London" geht es um den Jungpolizisten Peter Grant, der im Rahmen eines merkwürdigen Mordfalls herausfindet, dass er Geister sieht und daraufhin nicht in die Psychatrie geht, sondern in die Lehre vom Jaguar fahrenden Mr. Nightingale. Es ist verhext, kaum sieht er Geister, tauchen noch weitere Kreaturen auf, die Peter sonst nie aufgefallen wären und die er eigentlich auch lieber nicht getroffen hätte. Der Roman ist ein temporeicher Krimi mit Humor und ein paar Ekelszenen (Stichwort: Gesichtsabfall). Mittlerweile gibt es auch noch einige Folgebände, wer Blut geleckt hat, kann weitere Abenteuer erwarten.

2. Scarlett Thomas: Going Out
Kennt jemand von euch den Film "Bubble Boy" mit Jake Gyllenhaal? Die Geschichte ist ähnlich, ein junger Mann von 25 Jahren (25 ist jung!) hat noch nie das Haus verlassen, weil seine Mutter glaubt, dass er gegen Alles und Jeden allergisch ist bzw. sein könnte und sollte er je das Haus verlassen würde er auf der Stelle tot umfallen und man muss ja auch nicht unbedingt rausgehen, wenn Mama sich um Alles kümmert. Die Außenwelt kennt der Multiallergiker also nur aus Fernsehsendungen und aus den Erzählungen seiner Freunde. Seine Freunde sind allerdings auch ein paar schräge Vögel, die manchmal auch lieber zu Hause geblieben wären, ihren Freund jedoch nie hängen lassen würden und als es die kleinste Aussicht auf Wunderheilung gibt, begeben sie sich auf einen Roadtrip durch die Englische Pampa und trotzen selbst Naturgewalten. Solche Freunde wünscht sich jeder. Ich liebe dieses Buch und wenn man bei dem Schietwetter lieber zu Hause bleiben möchte kann mit dieser herzlichen Geschichte ein paar Freunde zu sich einladen.

3. Sir Arthur Conan Doyle: Die Abenteuer der Sherlock Holmes
Ein Klassiker! Diese Taschenbuchausgabe, die grade bei einem meiner Lieblingsverlage (Hallo, Karen Russell und Francesca Segal!) Kein und Aber im neuen pocket-Format erschienen ist vereint eine schöne Auswahl, die am Originaltext übersetzt wurde. Davon profitiert die Sprache, sehr gediegen und gepflegt, so wie man sich zwei englische Gentlemen eben vorstellt. Sherlock Holmes hat nicht zuletzt durch die BBC-Serie mit dem unfassbar talentierten Benedict Cumberbatch als Holmes und dem liebenswerten Martin Freeman als Watson eine Renaissance erlebt und so tricky die Fälle in der Serie dargestellt sind, genauso steht mir der Mund regelmäßig beim lesen offen, ob der kleinen Details die Holmes, dank seiner deduktiven Begabung, stets zuverlässig zur Lösung des Falls führen. Grandioses Lesevergnügen.

4. Bram Stoker: Dracula
Diese besonders schöne Ausgabe stammt aus der Mitternachtsbibliothek vom Arenaverlag. Der Einband des Hardcovers zeigt eine leicht satinierte, schwarze Holznachbildung, der Titel und Verfasser sind eingeprägt in metallisch schimmernden Blutrot. Mein bibliophiles Herz schlägt höher, so hoch, dass ich mittlerweile weitere Klassiker aus der Mitternachtsbibliothek-Reihe besitze (Frankenstein, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, der Golem). Was soll man über Dracula noch sagen? Diese Schauergeschichte, die auf der Legende des rumänischen Pfählers Graf Vlad Dracul basiert jagt mir immer wieder das Grauen in die Knochen. Toll. Das naive und mitunter ziemlich dumme Verhalten der Frauen in der Geschichte verstehe ich nicht so ganz, aber na ja, irgendwo muss man Abstriche machen, dem Grusel tut es keinen Abbruch. Neben dem Roman finde ich die Draculadarstellung von Gary Oldman in der Coppola-Verfilmung besonders gelungen, auch wenn der Film teilweise ein bisschen dick aufträgt, aber so waren die Filme der Neunziger halt, ein bisschen over the top.


Abb.1: die mittlere Reihe habe wir durch, jetzt heißt es Ruhe auf den billigen Plätzen und auf zum Endspurt!



3.Reihe:
1. Virginia Woolf: Tagebücher 3 (1925-1930)
In Virginias Vita nenne ich sie auch die Vita-Jahre (denn in diesen Jahren pflegt sie die Freundschaft zu Vita Sackvielle-West sehr intensiv). Virginia Woolf ist eine inspirierende Autorin, ihren Roman "Orlando" zähle ich zur Top 5 meiner Lieblingsromane. Mit "Mrs. Dalloway" werde ich nicht ganz warm, die Verfilmung vom Roman "The Hours" von Michael Connolly finde ich jedoch sehr berührend, ich wünschte"Mrs. Dalloway" würde mich genauso "abholen". Im Film werden die Leben der Romanfigur Clarissa Dalloway und der Virginia Woolfs miteinander verwebt, dort erfährt man vielleicht zum erstem Mal von ihrem Gefängnis. Virginia Woolf musste schon als Kind viel ertragen und ihre geistige Gesundheit war stets labil, was ihrer großartigen Persönlichkeit, ihrer scharfsinnigen Beobachtungsgabe und intelligenten Ausdrucksweise aber keinen Schaden zugefügt haben. Im Gegenteil ihre feinen Antennen haben auch Schwingungen erkannt, für die die meisten unempfänglich sind. Näher als in ihren Tagebüchern kann man dieser wundervollen Person nicht mehr kommen. Virginia Woolf war emanzipiert und eine Feministin und auf ihre Art frei. Der Fischer-Verlag hat ihre Tagebücher in 5 Bänden herausgegeben.

2. Vladimir Sorokin: Der Schneesturm
Ehrlich gesagt habe ich dieses Buch erst bis zur Hälfte gelesen, nicht weil es schlecht oder langweilig wäre, aber das ist eine lange, andere Geschichte. Fakt ist "Der Schneesturm" befindet sich seit kurzem wieder in meinem Besitz und wird demnächst beendet. Manchmal kommt es mir so vor, als hätten russische Autoren eine eigene Fantasiewelt um sich herum mit der sie aufwachsen, die Märchen, die Aberglauben, einige Geschichten habe ich schon gelesen, von Lukianenko oder Glukhovsky z.B., die eine ganz eigene, aber ähnliche Weltsicht zur Grundlage haben müssen. Reine Spekulation. Der Schneesturm handelt von ebenjenem und einigen Minipferden die einen Schlitten in ein Gebiet ziehen sollen, in das man wohl besser nicht gehen möchte. Es ist spannend, mal sehen, wie es sich entwickelt, aber bisher mag ich es sehr und ich bin weiß Gott kein Pferdemädchen (die viel zu großen Köpfe mit gammligen Zähnen, bääh.)

3. Thomas Mann: Der Zauberberg
Im Herbst wird man ja auch mal krank. Mit einer dicken Erkältung und Kopfschmerzen würde ich dieses Buch nicht empfehlen, man würde wahrscheinlich länger daran lesen (und wohl möglich zu Grunde gehen) als Hans Castorp im Sanatorium schmort. Thomas Mann hat die, für einen erfolgreichen Autoren, seltene Gabe vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen, um sich zu werfen mit verschachtelten Sätzen quasi eine Matroschka aus der Nächsten zu zaubern, auch wenn man denkt, diese winzig Kleine war die Letzte, nein, es kommt noch Eine. Aber was da kommt, mag es das noch so uninteressante und für den Verlauf der Handlung unsinnige Detail sein, es ist gut geschrieben, nicht David-Foster-Wallace-gut, aber doch lesenswert. Wer Spaß an 3D-Puzzlen hat oder gerne Blumenwiesen aus 1000 Teilen zusammensetzt oder einfach gerne dicke Bücher liest, der wird seine Freude mit "Der Zauberberg" haben. Wer keine Lust hat diese Berg- und Talfahrt mitzuerlesen, der hat mit dieser hübschen, in Leinen (ich sags ja, kann nicht dran vorbei gehen) gebundenen Schmuckausgabe was zum Angeben fürs Bücherregal.

4. Edgar Allan Poe: Die schönsten Erzählungen
Meine Faszination mit Edgar Allan Poe begann schon vor vielen Jahren, als mein Opa mir seine schönste, illustrierte Ausgabe gegeben hat. Mal abgesehen von den expressiven, etwas verstörenden, aber toll gezeichneten Bildern, haben mich die Schauergeschichten sofort gefesselt. Der Doppelmord in der Rue Morgue und die Maske des roten Todes sind meine Lieblingsgeschichten. Mittlerweile besitze ich auch schon einige Erzählbände auf deutsch, auf englisch, mit Goldschnitt, mit und ohne Illustrationen. Die Ausgabe vom Aufbau-Verlag finde ich besonders schön, das Buch ist in blaues Leinen gebunden (Überraschung) und aufgedruckt sind die verzweigten Äste eines Baumes auf denen ein Vogel sitzt. Über dem Leineneinband befindet sich ein durchsichtiges Schutzumschlag auf dem Autor und Titel gedruckt sind, man könnte ihn auch abnehmen und hat nur die Äste und den Vogel auf blauem Hintergrund auf dem Einband. Endlich mal ein Buch, dass ohne Schutzumschlag schöner ist als mit. Wie oft passiert es, dass man ein Hardcover kauft und unter dem Schutzmschlag befindet sich ein nackter Einband, nur der Rücken weist die obligatorische Mitteilung über Verfasser und Titel auf. Das regt mich wirklich auf, da ich Schutzumschläge nicht mag (#Buchhändlerluxusprobleme). Aber zurück zu Poe, die Geschichten sind gruselig, spannend und haben manch überraschende Wendung, manche regen auch zum Nachdenken an. Ein Komplettpaket also, der Herbst kann kommen.


ENDLICH, fertig, seit 2 Stunden sitze ich jetzt hier am Computer um mal kurz 12 Bücher zu besprechen. So ist das, wenn man etwas gerne macht, dann vergeht die Zeit wie im Flug. Das nächste Mal reichen auch 3-4 Bücher, keine Angst, so ein Monsterpost wird wohl nicht mehr auf Euch losgelassen, das hält ja niemand aus.

In jedem Klappentext findet ihr ein Foto des Autors (ich schließe, auch wenn ich meistens die männliche Form eines Substanitivs benutze, selbstverständlich die weibliche Form mit ein, also auch Autorinnen, das ist für mich irgendwie selbstverständlich #postgenderfantasien) und weil ich diesen Post geschrieben habe, hier das Beweisfoto (Warnung: Kreativitätslevel am Tiefpunkt)


Abb.2: tiefmatt blickt auf ihr Werk, die Welt blickt auf tiefmatt und Alles was sie wissen will ist: Woher hat sie nur dieses T-Shirt? #werbungessensprachzentrumauf


Zum Schluss, die bittere Realität, nach 2 Stunden ohne Heizung dafür mit einer Playlist aus amerikanischem Proll-Hip-Hop und Michael Jackson ist selbst der letzte Tropfen Verstand über die Computertastatur in diesen Post geflossen, daher entschuldigt sämtliche orthografischen Ausrutscher und auch sonstige Ausrutscher, so sie passiert sind.

the coast is always changing

Tiefmatt meldet sich zurück mit einem Sehnsuchtspost. Sehnsucht nach zweierlei Dingen 1.) Maximo Park (den Titel meines Lieblingsliedes finden unsere einzigen drei Leser, Riki und Mama und Papa in der Überschrift), das letzte Konzert in Berlin ist fast ein Jahr her und ich brauch das jetzt; 2.) die Ostseeküste Mecklenburgs (Schleswig-Holstein, nichts gegen dich, 4 Jahre habe ich dort gelebt, aber die Strände...).
Wie bei wohl jedem Blogger den ich so "kenne" ist der Herbst meine liebste Jahreszeit, nicht nur weil ich im September Geburtstag habe. Vor meinem Fenster steht ein Ahornbaum der so wunderschön bunte Blätter trägt und ich kann endlich wieder alle Variationen an Cord und meine Lederjacke tragen und schwitze nicht mehr in der Straßenbahn (das Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn im Winter heizt die BVG nochmal so richtig auf, damit die älteren Herrschaften keine Blasenentzündung bekommen). Kurzum: es könnte alles so schön sein. Aber ein Ahornbaum ersetzt nicht den Wald, nicht das Moor und nicht die raue See, die im Herbsturm wütend ans Festland schlägt und mir den Sand ins Gesicht peitscht (Seesandpeeling inklusive). Um noch ein bisschen wehmütiger zu werden ein paar Fotos:

 
Abb.1: Die Reise zur Ostsee führt uns durch den Elbenwald

 

Abb.2: bewegte See Lightversion (also nicht ganz so fett wie ein richtiger Herbststurm)






Abb. 3: Spielereien mit der Spielzeugkamera 1

Abb. 4: und nochmal weils so Spaß gemacht hat
Okay, auf der Speicherkarte sind noch 60 weite Strandbilder, aber wir können hier nur exemplarisch vorgehen (aus Platz- und Langweiligkeitsgründen). Wie beende ich einen solchen Post? Am liebsten indem ich einfach meine Jacke anziehe, den Rucksack schnappe und zum Bahnhof latsche um in die Heimat zu fahren. Das ist jedoch nicht drin, darum werde ich euch im nächsten Post (nicht vor Begeisterung ausrasten, aber gleich folgt schon der nächste Eintrag) einige Herbstbluesmittel vorstellen, die mir bereits die dunklen, verregneten und sehnsüchtigen Tage versüßt haben oder es demnächst wohl tun werden (Herbstbluesmittel fördern natürlich nicht den Herbstblues, im Gegenteil, von Hustensaft bekommt man ja schließlich auch keinen Husten). Um diesen Post zu beenden werden noch 2 Bilder gezeigt:

Abb. 5: Spa-Behandlung unter freiem Himmel, tiefmatt testet das Seesandpeeling* (*dieses Produkt wurde uns kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt)

Abb. 6: eine (etwas ärmliche, aber immerhin) Hommage an tiefmatts Lieblingskünstler
Tschüssi (Grüße nach Oklahoma!)

Montag, 2. September 2013

#acowgirlabroad

Howdy!


Da wagt man schon einmal den langen Flug über den großen Teich und dann das: Der Koffer ist nicht mit nach Oklahoma City gekommen, sondern hat sich entschieden, die Nacht über am Umsteigeflughafen in Chicago zu bleiben. Glücklicherweise hatte mir eine gewisse Bloggerin den rettenden Rat gegeben, zwei Schlüpper im Handgepäck mitzunehmen. Und amerikanische Tankstellen verkaufen neben sämtlichen Formen von in Öl gebratenen Würstchen dankenswerterweise auch Zahnbürsten, Seife und Deo-Roller (wohlgemerkt Roller! Spray wird hier scheinbar nicht benutzt).

Nach diesem einschneidenden Erlebnis, das, wie mir von einem US-Bürger versichert wurde, zur amerikanischen Kultur dazugehört wie das Amen in der Kirche (siehe unten), konnte es eigentlich nur noch bergauf gehen (ich hänge sehr an meinen Sachen…). Und das sollte es auch.

Stillwater ist eine amerikanische Kleinstadt wie aus den gängigen Englisch-Lehrbüchern. Großzügig verteilte Geschäfte und Häuser säumen breite, scheinbar mit dem Lineal gezogene Straßen – denn schließlich wird hier mit großer Vorliebe Mustang und Truck gefahren. Fußgänger können zumeist auf einem ebenfalls großzügig ausgelegten Gehweg flanieren. Das wird aber nur im äußersten Notfall praktiziert – oder aber man gehört zur Spezies der (Austausch-) Studenten. In den ersten Tagen habe ich mich noch über die überklimatisierten Gebäude und Autos aufgeregt, dann wurde ich durch die nimmersatte, strahlende Augustsonne und den Durchschnittstemperaturen von 35°C und aufwärts eines besseren belehrt. Jetzt friere ich mit Vergnügen drinnen.

Die Autofahrkultur wird hier bis zum Äußersten getrieben. Nach einem langwierigen Einkaufstrip in der Oase Walmart, machte ich die kuriose Entdeckung dieses Drive-In-Restaurants

Abb. 1:  besagte Essenstankstelle


Man fahre mit einem Motorvehikel in eine Parktasche, bestelle das gewünschte Burgermenü und warte bis eine Bedienung das Essen nach draußen bringt. Westliche Zivilisation at its best. Da konnte ich jedenfalls nur staunen, als ich in den Bus (es gibt wenigstens ein öffentliches Verkehrsmittel hier) einstieg, um gen Apartment zu fahren.

Die Oklahoma State University erstreckt sich über einen beachtlichen Campus und bildet das Herz Stillwaters. Die meisten der um die 20.000 Studierenden, so auch ich, wohnen in sogenannten „dorm rooms“ auf dem Campus. In meiner Apartment-Variante trennen Pappwände vier einzelne Schlafzimmer, zwei Bäder und eine Wohnzimmer-Küche. Es gibt allerdings auch Versionen, wo zwei Studierende in einem Zimmer schlafen. Trotz des erheblichen Preisvorteils habe ich mich dagegen entschieden. Ich bin dafür einfach zu alt…

Der gemeine OSU-Student nennt sich Cowboy, Studentinnen identifizieren sich dementsprechend als Cowgirls. Dominierende Farbe ist Orange. T-Shirts und Hosen in leuchtendem Orange und mit dem Maskottchen Pistol Pete drauf werden hier mit viel Stolz getragen (genauso wie in der unglaublich empfehlenswerten TV-Serie „Orange is the new black“. Ein Hoch auf Netflix!). Ganz groß ist American Football: 

Abb. 2: Die Great Plains sind traditionell fruchtbarer Nährboden für Kürbisgewächse und Profifootball


Die Saison startet im September und wie mir versichert wurde, spielen sich dann unglaubliche Szenen hier ab. Menschen zelten schon am Vortrag auf dem Parkplatz vorm Stadion. Jede Farbe außer Orange ist absolut tabu. Obwohl ich die Regeln und die ganze Euphorie nicht verstehen kann, habe ich mir natürlich schon meine Tickets gesichert. Irgendwie zieht einen der Sog ja dann doch mit.

Es ist ohnehin erstaunlich, wie sportbegeistert die Amerikaner sind. Neben den Sportklamotten, die zu jeglichen Anlässen getragen werden, sind die beherrschenden Themen, wie welche Baseball-Mannschaft gespielt hat und welches Team die College-Football-Liga dominieren wird (da haben die OSU-Cowboys sogar ziemlich gute Chancen. Go Pokes!).

Abb. 3: Im Footballstadion werden Sitzplätze für Studenten der OSU nach deutschem Handtuchreservierungsprinzip freigehalten


Neben Sport gibt es noch ein anderes Thema, das erstaunlich oft in Gesprächen aufflammt: Religion. Ich wurde schon mehrmals gefragt, ob ich gläubig bin und weil ich feststellen musste, dass hier die überwältigende Mehrheit christlich ist, entschuldige ich mich fast schon, wenn ich gestehe, dass ich Heidin bin. Zuweilen verliere ich mich dann in Erklärungen, dass meine Eltern in der DDR aufgewachsen sind und dass dort neben dem Sozialismus schlicht keine andere Religion erwünscht war. Naja, so kann man sich auch den Ruf einer komischen Austauschstudentin erarbeiten. Die Sache mit dem Zu-Fuß-Gehen sowie die anfängliche Unfähigkeit die Tür abzuschließen (von innen per Knopf) und das Fenster zu öffnen (nach oben schieben), tragen zu diesem Image wohl ihr Übriges bei.

Anyway, es macht Spaß hier zu sein. Zwar vermisse ich schon jetzt deutsche Stullen und französischen Wein aber das Leben ist ja schließlich kein Ponyhof. Soweit zu meinen ersten Eindrücken fernab der Heimat. Fortsetzung folgt.